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Dokumente mit Statistiken.

Fortführungs- und Fortbestehensprognosen

Eine Fortführungs- oder Fortbestehensprognose gibt Auskunft darüber, ob ein Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb mittelfristig fortführen und seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Während eine Fortbestehensprognose eine Gegenüberstellung von erwarteten Ein- und Auszahlungen darstellt, ist im Rahmen einer Fortführungsprognose auch zu prüfen, ob weitere Sacherhalte der Fortführung des Unternehmens entgegenstehen. Zur Erstellung einer Fortbestehens- oder Fortführungsprognose ist die Geschäftsführung in schwierigen wirtschaftlichen Situationen verpflichtet. Sie dient Banken auch als Entscheidungsgrundlage für die Aufrechterhaltung oder Erweiterung der Unternehmensfinanzierung.

Gutachten zur Beurteilung von Insolvenzeröffnungsgründen nach IDW S 11

  • In Krisensituationen unterliegt die Geschäftsführung gesetzlichen Regelungen bezüglich der regelmäßigen Prüfung einer Insolvenzantragspflicht (Zahlungsfähigkeit und/oder Überschuldung). Ein Gutachten nach IDW S 11 deckt daher sowohl die handelsrechtliche Fortführungsprognose als auch eine insolvenzrechtliche Fortbestehensprognose ab.
  • Inhaltlich bezieht sich die wesentliche Arbeit bei der gutachterlichen Stellungnahme auf der Analyse der aktuellen Liquiditätssituation, des kurzfristigen Finanzierungsbedarfs in den nächsten 13 Wochen und der mittelfristigen Entwicklung der Liquidität bis zum Ende des folgenden Geschäftsjahres. Dabei ist eine kontinuierliche Prüfung der Liquiditätsentwicklung ein wesentlicher Bestandteil.
  • Bei einem IDW S 11-Gutachten handelt es sich um eine gutachterliche Stellungnahme zum Vorliegen von Insolvenzantragsgründen. Sie dient der Geschäftsführung zur eigenen Entlastung oder der Bank zur Aufrechterhaltung der Kreditlinien.
  • Neben der reinen Erstellung des Gutachtens wird meist ein detailliertes Liquiditätsmanagement betrieben und eine wöchentliche Analyse der Zahlungsfähigkeit vorgenommen. Zusätzlich werden liquiditätsverbessernde Maßnahmen geplant und umgesetzt.

Inhalte eines Gutachtens zur Beurteilung von Insolvenzeröffnungsgründen nach IDW S 11

  • Insolvenzrechtliche Beurteilung der Zahlungsfähigkeit bzw. einer bereits eingetretenen Zahlungsunfähigkeit inklusive Erarbeitung von Vorschlägen zu deren Beseitigung.
  • Insolvenzrechtliche Beurteilung einer möglichen drohenden Zahlungsunfähigkeit inklusive Erarbeitung von Vorschlägen zu deren Beseitigung.
  • Insolvenzrechtliche Liquidationsbilanz bzw. Beurteilung einer möglicherweise vorliegenden Überschuldung.
  • Zusammenfassende Beurteilung durch einen objektiven, neutralen Dritten.

FAQ

Wie lange dauert die Erstellung einer Fortführungs- oder Fortbestehensprognose?

In der Regel dauert die Erstellung 3 bis 5 Wochen. Anschließend werden gemeinsam mit den finanzierenden Kreditinstituten weitere Schritte vereinbart. Mögliche Kreditentscheidungen durch Finanzierer dauern meist nochmals 2-3 Wochen. Insgesamt dauert der Prozess zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung damit meist 5-8 Wochen.

Warum empfehlen Banken eine Auswahl an Unternehmensberatungen?

Die Sanierungsabteilungen innerhalb von Banken verfügen über langjährige Erfahrung mit Unternehmensberatern im Bereich Sanierungs- und Restrukturierungsberatung, um ein erfolgreiches Sanierungskonzept zu entwickeln. Daher empfehlen Banken meist bis zu drei erfahrene Beratungen, zwischen denen sich das Unternehmen entscheiden kann.

Wer ist der Auftraggeber des Gutachtens oder der Fortbestehensprognose?

Direkter Auftraggeber und damit Adressat des IDW-S11-Gutachtens oder einer Fortführungs- oder Fortbestehensprognose ist stets das Unternehmen. Wir als Berater übernehmen dabei die Rolle eines objektiven, neutralen Dritten.

Wer ist an der Erstellung eines Gutachtens beteiligt?

Die Beteiligten unterscheiden sich je nach Situation und Unternehmen. Generell sind meist die Geschäftsführung, die Finanzabteilung, die Eigentümer, finanzierende Kreditinstitute und weitere Stakeholder wie Warenkreditversicherer oder das Finanzamt involviert.